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Entwicklung des Netbook-Marktes in 2011

Die Netbooks waren bei ihrem Markteintritt vor einigen Jahren noch als ein kleines Nonplusultra angepriesen, welches ultimative Mobilität und eine gleichzeitig völlig ausreichende Leistung bereitstellen sollte. Insbesondere seit dem Markteintritt der Tablet-PCs hat sich das Blatt jedoch gewendet, und die einstigen hervorragenden Verkaufszahlen der Netbooks mussten Federn lassen. Ist dies bereits das Ende der kleinen Brüder der Notebooks?

Die Ruhe nach dem Sturm

Den kleinen Boom der Netbooks löste ursprünglich ASUS mit dem Eee PC im Jahr 2007 aus. Nach einem gewaltigen Interesse, das Konkurrenten wie MSI mit dem MSI Wind auf den Plan rief, wurde mancherorts bereits von einem Niedergang der Subnotebooks geschrieben. Jetzt, immerhin vier Jahre später, sieht die Welt der Netbooks nicht mehr ganz so rosig aus.
Microsoft veröffentlichte jüngst Zahlen, die einen im Vergleich zum Vorjahresquartal 40%igen Rückgang der Netbook-Verkäufe im ersten Quartal 2011 belegen. Dies erklärte Bill Koefoed, General Manager of Investor Relations, während der Bilanzkonferenz. (Quelle: Microsoft) Einen weiteren Ausblick auf die Entwicklung des Netbook-Marktes im Jahr 2011 gewährte Stacy Smith, Intels Chief Financial Officer. Dieser sagte in einem Interview gegenüber ZDNet:

„Der Anteil der Atom-Prozessoren, der in Netbooks steckt, ist von Quartal zu Quartal und von Jahr zu Jahr ziemlich gleichbleibend. Wenn Sie nach einer Kannibalisierung durch Tablets fragen – die gibt es ganz bestimmt auf dem Netbook-Markt. Aber auch dieses Marktsegment ist für uns immerhin noch 400 Millionen Dollar [269 Millionen Euro] groß.“

(Quelle: ZDNet)

Die Gründe für diesen signifikanten Einbruch sieht der Softwarehersteller aus Redmond vor allem in einer stagnierenden Leistung der Geräte. Aufgrund des äußerst kompakten Formfaktors und des angestrebten günstigen Preises ist es Herstellern kaum möglich, leistungsfähige CPUs oder gar Grafikkarten in dem kleinen Gehäuse unterzubringen. SSDs anstelle von herkömmlichen Festplatten würden zwar Platz und Abwärme einsparen, doch sind diese mit ihrem hohen Preis nicht mit der Philosophie der Netbooks vereinbar – eine Zwickmühle, aus der die Hersteller kaum herauskommen können, solange die Fertigungsprozesse für die bedeutenden Komponenten nicht weiter geschrumpft werden können.

Wiederbelebte Konkurrenz

Dabei ist es selbstverständlich nicht nur die Leistung der Hardware, die den Rückgang der Verkaufszahlen bedingt. Die Renaissance der Tablet-PCs, die Apple Anfang 2010 mit dem iPad eingeläutet hatte, trägt ihren Teil zum vermeintlichen Sterben der Netbooks bei – was eigentlich rational kaum zu erklären ist, denn die beiden Gerätetypen sprechen unterschiedliche Käuferschichten an. Ein Tablet-PC ist nach wie vor eher ein Multimediagerät, an dem das ernsthafte Arbeiten nur schwer möglich ist. Ein Netbook hingegen dient als ideales Arbeitsgerät in der Universität, auf Reisen im Zug oder im Flugzeug oder schlicht überall an jenen Orten, an welche der Benutzer kein größeres Notebook tragen möchte.
Den unbedarften Nutzern ist dieser Unterschied jedoch nicht klar. Ein Tablet-PC ist trendy, neu und sieht natürlich auch viel besser aus. Es ist also nicht unbedingt verwunderlich, dass die Zahlen für die Netbook-Verkäufe genau dann einbrachen, als die Tablets das Licht der Welt erblickten.

Kein Ende in Sicht

Einige Hersteller sehen diese kleine Krise übrigens längst nicht so eng. Allen voran sind es Intel und Acer, für welche die Netbooks nach wie vor eine sinnvolle Investition darstellen. Dabei muss erwähnt werden, dass Acer einer der größten Hersteller von Netbooks und Intel der mit Abstand größte Lieferant für CPUs für die Netbooks ist. Dass Sprecher der beiden Konzerne diese Produkte daher nach wie vor für kaufenswert erachten, ist somit kaum erstaunlich.

Ein wirkliches Ende der Netbooks ist jedoch nicht in Sicht. Nach wie vor vereinen die Geräte die erwähnten Vorteile, die ein Tablet-PC nicht bieten kann. Mit günstigen Preisen und der recht ergonomischen Art und Weise, Arbeit unterwegs erledigen zu können, kann noch kein Tablet mithalten – und bis dieser Fall eintritt, ist mit einem totalen Untergang der Netbooks noch nicht zu rechnen.

Ein Kommentar

  1. Ich bin der Meinung dass die Tabletts nur einer von mehreren gründen ist weshalb die Netbook Verkaufszahlen zurückgehen.
    Andere gründe sind wohl:
    1. Dass es mittlerweile so günstige Subnotebooks (bzw. CULV Notebooks) gibt dass sie für viele Netbook Interresenten atraktiver geworden sind als die immernoch verhältnissmäsig leistungsschwachen Netbooks. Zwar sind die meisten Subnotebooks nicht ganz so kompackt als ein Netbook, aber den meisten Anwendern sind sie wohl kompackt genug und dafür haben sie größere Displays die auch noch höher auflösen als die Displays der meisten Netbooks.
    2. Hatt sich die Leistungsfähigkeit der Netbooks (seit den ersten Atom Netbooks) kaum verändert, außer einiger Dualcore Modellen, ION und seit einiger zeit jetzt auch AMDs Fusion CPUs hatt sich kaum etwas getan so dass es für die meisten Netbook Besitzer keinen Upgrade Grund gibt.